my green-eyed taxi, just bring me to the place that I call home ...

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A crushing defeat

Du sagtest, dass jeder Mensch, der Ihn kennt, nicht mehr imstande sein wird, ihn wieder zu vergessen. Wenn  ich diese Aussage immer belächelt habe, weiß ich, dass Du richtig liegst. Auch ich werde IHN nicht vergessen.

Mittwoch, den 4.8.2004, mein 26. Geburtstag. Du hattest abgesagt, mit mir zu feiern, ohne einen Grund zu nennen. Ich nahm es Dir nicht übel, obwohl ich traurig war. Ich hatte am vorigen Abend einen ehemaligen Kollegen in Trier besucht und bin am Morgen wieder zurückgefahren. Ich nahm den Umweg über Dein Dorf, um diese Uhrzeit habe ich Dich oft auf einem Deiner Lieblingswege angetroffen, vielleicht auch heute. Also fuhr ich systematisch die Wege ab. Meine Suche blieb erfolglos, ich hielt an der Kirche an, rauchte eine und wollte gleich wieder fahren, bis ich Dich sah. Du kamst schnellen Schrittes daher, hast Dich auf eine der Steinplatten gesetzt und hast Dir eine Zigarette angezündet. Zunächst wollte ich aussteigen und auf Dich zugehen – Überraschung! Bestimmt machtest Du nur kurz Pause bei einem Deiner Spaziergänge, doch danach sah es nicht aus. Du warst schick, trugst eine elegante Bluse, eine schwarze Stoffhose, Schuhe mit einem kleinen Absatz. Deine Haare waren schön in Form gebracht und Du hattest eine kleine Handtasche bei Dir. Es sah aus, als gingst Du auf ein Date! Meine Neugier ließ mich im Auto sitzen bleiben und abwarten, ich wollte sehen, wofür Du mich heute versetzt hattest. Ein dunkelrotes Auto fuhr vor und ein dünner, langer Mann stieg aus. Ich wusste sofort, dass ER das war, als hätte er ein überdimensionales Namenschild vor sich getragen. Ich konnte meine Wut nur schwer bändigen, aber ich zwang mich abzuwarten. Er war trotz meiner Vorurteile kein hässlicher Mann. Er war ein bisschen jünger und größer als ich, soweit ich das aus dieser Entfernung sagen konnte. Er war ein bisschen zu dünn, aber hatte dennoch keine schlechte Proportionen. Die Kleidung, die er trug, war einfach. Sein Teint war herrlich. Er hatte einen sehr modischen Haarschnitt, der mir nicht gestanden hätte und ich lechzte nach seinen schwarzen, glänzenden Haaren. Insgesamt erinnerte er mich sehr an den jungen Morten Harket. Er lächelte und ich sah, dass er sich sehr freute. Dass ER es sein musste, erkannte ich auch an der Art, wie Du auf ihn zugestöckelt kamst, Du lächeltest, wirktest total euphorisch und strahltest heller, als tausend Sonnen. Ihr seid euch in die Arme gefallen. Mir kam es vor, als hättet ihr euch eine Ewigkeit umarmt und dass Du mich noch nie so lange umarmt hast. Das war bestimmt Produkt meiner Eifersucht. Ich wollte, jetzt wo Du Nic verlassen hattest, noch mal versuchen, Dich für mich zu gewinnen. Deine Schwärmerei von ihm habe ich als harmlos abgestempelt, zumal Du ihn noch nicht lange kanntest. Ich sah euch noch sprechen und lächelnd zu seinem Auto schreiten. Als ihr verschwunden wart, habe ich mir ausgemalt, was ihr wohl tun würdet und kurz danach fuhr ich zu mir nachhause. Später wusste ich, dass meine Vermutungen, was euch beide angeht, falsch waren, aber damals ging meine Eifersucht mit mir durch. Spät am Abend kam eine SMS von Dir – Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Als ich Dich fragte, was Du am Tag gemacht hast, antwortetest Du mit „obligations sociales“. Ich war froh, als nichts aus euch geworden ist und als er wegging. Du hast nicht mehr viel von ihm gesprochen, Dir einen weiteren Versager geangelt und ich war wieder sicher, dass wir uns bald näher kommen werden.

Sein Anblick machte mir meine erste Niederlage klar. Ich war immer sicher gewesen, Du würdest irgendwann von diesen Versagern genug haben, mal ehrlich, Deine bisherigen Freunde waren weder besonders klug, noch besonders erfolgreich, noch schön. Ich war der bessere, ältere, attraktivere, erfahrene, mittlerweile sogar um einen akademischen Abschluss reichere, ich war all Deinen Kerlen um einiges überlegen und obendrein ein toller Hecht! Doch ER schien mir einen Strich durch die Rechnung zu machen. Zumindest optisch hatte er vieles, was ich nicht hatte. Er war größer, hatte einen Teint, von dem ich träumte, Haare, um die ich ihn beneidete und konnte sich bei seinem Gesicht jeden Haarschnitt leisten, den es gibt! Also wusste ich, dass ich keine Chance mehr hätte, wenn ihr zusammenkommt.

 Ich war froh, als nichts aus euch geworden ist und als er wegging. Du hast nicht mehr viel von ihm gesprochen, Dir einen weiteren Versager geangelt und ich war wieder sicher, dass wir uns bald näher kommen werden. Den Rest kennst Du ja.

Ich wollte es Dir irgendwann erzählen, doch ich hatte Angst, Du würdest mich für einen kranken Stalker halten. Jetzt erzähle ich es Dir, damit Du weißt, dass Du richtig lagst. Auch ich werde IHN nie vergessen.

28.6.09 17:13


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An sie ...

Ich bin einem inneren Ruf gefolgt, deine Blogs wieder durchzulesen. Du schreibst viel, viel Weises und Berührendes. Das hier hat mir aber feuchte Augen beschert. Es ist mir eine Ehre und gleichzeitig stoßt es mir sauer auf, ich als letzte Möglichkeit ...
Du schreibst, ich sei fast 31, das stimmt und mit dem Alter erkennt man vieles. Mir ist klar geworden, dass ich von Dir nicht zurückgeliebt werden kann so wie ich es möchte. Natürlich würde ich mir wünschen, Dich eines Tages vor meiner Tür zu finden und Dich diese Worte sagen zu hören,  das wäre wirklich schön. Ich hoffe für Dich, Du Liebe meines Lebens, dass es nie dazu kommen wird.  Warum sollte sich eine Frau wie Du mit dem Trostpreis zufrieden geben? Ja, dass ich der Trostpreis bin, habe ich begriffen.  Ich war immer sehr überzeugt von mir,  ich dachte der Mann sein zu können, der Dich glücklich macht, aber ich werde es nie. Du wirst Dich immer nach dem sehnen, was ich Dir nicht geben kann. Einer wahren Liebe, heroischen Herausforderungen ... was auch immer es sein würde. Traurig zuzugeben, dass ich froh bin, über jeden Rückzieher den Du gemacht hast, weil Du Dir damit jedes Mal die Chance gabst, Dein eigenes Glück zu finden, aber ein bisschen auch um meinetwillen, dass meine Luftschlösser früh genug zerfallen sind, ohne dass ich vor einem all zu großen Haufen Scherben stehen musste.
Um ehrlich zu sein warst Du mitunter Grund für mein Weggehen. Ich dachte, weit genug weg von Dir zu sein hieße, dass Du mein Herz nicht mehr brechen kannst. Aus den Augen, aus dem Sinn, aber ich habe mich auch da geirrt. Trotzdem strebe ich nicht unbedingt danach, wieder zurückzukehren, I knew my ticket was one way. Vielleicht zu Besuch, ich werde es mir Ende des Jahres durch den Kopf gehen lassen. Ich habe hier mein Glück, anders, als es mit Dir hätte sein können, aber vielleicht besser so.
Ich habe Dich geliebt, seit ich Dich kenne. In dem Moment, wo mir meine Gefühle klar wurden, wusste ich, dass Du die einzige Frau bist, die ich jemals heiraten würde und das wirst Du auch bleiben. Ja, ich denke manchmal an damals, ich habe auch Träume von Dir, wo alles gut ist. Ich halte Deine Hand in meiner, ich sehe in Deine wundervollen Augen und weiß, dass ich der glücklichste Mensch auf Erden bin. Diese Träume sind für die Wirklichkeit zu zerbrechlich, ich habe alles gesagt. Ein bisschen werde ich immer hoffen.

27.5.09 00:37


Gedanke

Gedanke. Ge - Danke. Danken für etwas, das man bekommen hat, Anregung, Erinnerung, einen Moment. Der Geist dankt. Eine liebe Freundin legte mir dieses Wortesezieren nahe und das macht es für mich manchmal leichter, Dinge besser zu verstehen. Ich hatte nie Angst, weder vor dem Reisen, noch vor anderen Sachen. Erst mit den Jahren kamen verschiedene Verlustängste, aber das ich eine andere Sache.

So groß die Angst etwas zu verlieren auch sein mag, man gewinnt nichts Neues ohne ein Risiko. Vor vielen, vielen Jahren hätte ich etwas riskieren sollen, vielmehr wir. Einige Jahre später, was wiederum jetzt viele Jahre her ist, habe ich etwas riskiert. Ich habe in der Tat etwas gewonnen, kein uns, aber vielleicht ein Leben, vielleicht auch mich selbst. Was wäre ein Gewinn ohne das Risiko? Das ist wie mit den Rosen; ohne Dornen wären sie nur halb so schön, unvollkommen. Und die Katzen ohne Krallen erst?

Wie schon lange habe ich den Eindruck, dass die Schichten unseres Leben dicht aufeinander liegen, sodass sie manchmal ineinander zerfließen, so sieht man im Neuen oft Altes, alte Sehnsüchte, alte Wunden. Mein Vergleich mit der Rose ist ein gut gewählter, aber ich möchte noch hinzufügen, dass die Rose ihre Blütenblätter verliert, wenn man sie zu lange stehen lässt, dann bleibt nicht viel mehr als die Dornen. Das ist es auch manchmal mit Erinnerungen, die Schönsten verblassen zu schnell, die Schmerzhafteren leben länger in uns.

Heute habe ich dem Mann zu danken, der ich einmal gewesen bin. Ob es jugendlicher Leichtsinn war oder die Fidelität eines Versprechens. Er hat etwas riskiert, die Ungewissheit und das Unbekannte in Kauf genommen. Dank ihm stehe ich jetzt, wo ich stehe. Ich an seiner Stelle hätte es niemals getan, doch ich bin froh, dass ich, wir, jetzt hier sind.  

10.2.09 18:34


Episode 12: Surrender

 erstellt am 06-11-2007 um 04:05

Es war einmal ein Verlierer,
er verlor seinen Radierer…

mein erstes Gedicht in der Grundschule begann mit diesen Worten.

Ich bin ein ganz schlechter Verlierer. Nur geht es nie ganz ohne Verluste.
Heute habe ich kapitulieren müssen. Heute ragt die weiße Flagge über meinem Haupt. Heute trägt meine Stirn ein unsichtbares Tattoo mit der Innschrift „Loser“. Ich weiß, ich habe schon längst verloren, aber heute kam erst die Erkenntnis.
Was habe ich verloren? Wo habe ich es verloren? Wann?
Ich verlor erst mich selbst aus den Augen. Dann fand ich den Weg zurück zu mir. Doch währenddessen verlor ich einen Teil meiner Seele, meines Ichs. Ich habe früher immer Leute ausgelacht, die über abgespaltene und verlorene Teile ihrer Selbst sprachen. Mir könnte so was nie passieren und nun starb ein Teil von mir.
Diesen Teil gibt es nur noch in meiner Erinnerung, aber auch sie wird unter dem Schleier der Zeit verstauben. Es ist das, was mich mit meiner Heimat verbunden hat. Habe ich ihn abgetrennt, als ich anfing auf „Gene“ zu hören, weil es kürzer und „cooler“ war? Oder als ich akzentfrei englisch sprechen lernte? Das habe ich nie gemerkt, das einzig Bemerkenswerte war das Fortbleiben. Ich trauere nicht um mich. Das einzig triste ist die Sehnsucht. Das Heimweh nach „damals“. Die Trauer um die Freundschaften, die ich pflegen lernte, um die Frau, die ich liebte, um den Chef, den ich auslachte. Das Verlangen, noch einmal in die vertraute Straße einzubiegen und das Elternhaus zu sehen. Die Sehnsucht nach dem Wilden, Zügellosen, Einfachen. Auch danach, zweite Wahl zu sein… Jetzt verstehe ich sogar den Schauspieler, der auf die Hauptrolle in einem Film verzichtet, weil er lieber in einem viel tolleren Film mitspielen will, obwohl er da nur die mirkigste Rolle besetzt.
Heute auf der Arbeit suchte ich nach einem Radiergummi. Als ich einen fand, fiel mir das Gedicht aus der Grundschule ein und mit dem Gedicht kam die Erkenntnis. Der Verlierer bin ich.
„Surrender“ heißt nicht nur, vor etwas zu kapitulieren. Es heißt auch, dass man sich aufgibt, sich opfert oder von Herzen verschenkt. Ich verschenkte Stückchen meiner Seele wie einen großen Kuchen und bekam diese erfüllte Existenz geschenkt. Der Preis um hier meinen Neuanfang zu leben war der Abschied. Sag „Adieu“ zu dir selbst, großer Junge, jetzt bist du ein Neuer, ein Jemand.
8.2.09 23:00


Episode 11: Coming home

 erstellt am 05-11-2007 um 02:20

Der Sonntagabend klingt aus. Sehr lange schon dachte ich diese Wege verlassen zu haben und bin sehr glücklich, meine kleine Zuflucht wieder gefunden zu haben.
Es passiert so vieles, wenn man drei Monate auf ein Blatt Papier summieren will, dabei hatte ich noch nie so viel Angst vor Stagnation wie in der vergangenen Zeit. Die drei ist eine goldene Zahl.
Ich bin ein Mann der großen Pläne, doch die Umsetzung dauert meist das zehnfache oder findet erst gar nicht statt. So plante ich meine Heimkehr und kaufte Flugtickets, doch ab dem Moment wo sie in dem schwarzen Kästchen auf meinem Schreibtisch lagen, überkamen mich Zweifel. Ob ich auch das Richtige machte, ob ich das fände, wonach ich suchte? Im Endeffekt sind die Tickets noch immer hier und ich ebenso. Abflug war am 19.9, das ist schon sehr lange her.
Nicht nur sie, die Frau meines Herzens, bewegte mich zum bleiben. Mein Traum war eine Bruchlandung und dieser Sommer war der sanfte Gleitflug mit ausgefallenen Motoren und narkotisierten Piloten. Nichts wäre wie früher gewesen und endlich hat auch mein Herz etwas begriffen, wogegen ich mich anfänglich wehrte. Sie fand etwas Wunderbares, fernab meiner Träume, die sie eingeschlossen hielten. Als sie mir davon erzählte, muss ich zugeben, war ich wieder gekränkt, verletzt und zornig. Doch auf einmal begriff ich, dass es ihr Leben und sie mir gegenüber zu nichts verpflichtet ist. Ich kann es akzeptieren oder ewig unglücklich sein. Ich fragte, wie ihr Freund heißt. Als sie mir das verriet, antwortete ich: “Karsten ist ein sehr schöner Name.“, entschied mich mit diesem Satz für die Akzeptanz und ließ diese Frau ein für allemal los. Ich kann nicht sagen, dass ich sie nicht mehr liebe, denn damit werde ich niemals aufhören, aber ich möchte diesen Stillstand nicht mehr. Ich befürworte ihre Beziehung, ich sehe ihr Glück und es tut nicht weh. Ich weiß nun, irgendwann kann ich mich wieder verlieben. Vor drei Monaten noch hielt ich dies für unmöglich …
Manchmal begreift man, wie wichtig einem etwas ist, wenn der Abschied naht. Als ich herkam, war ich so voller Ideen und Hoffnungen. Ich hatte mich in den letzten Jahren zu einem großen Träumer entwickelt, ohne aber sie umsetzen zu können. Ich wollte nicht mit dem Gefühl gehen versagt zu haben und stellte eine Liste auf, von dem, was ich hier geschafft habe. Ich stellte fest, dass ich alle Träume verwirklicht hatte, bis auf einen: die Freundschaften. Ich klagte so oft über die Oberflächlichkeit und dabei hätte ich mich nur einmal an der Mauer meiner Ignoranz hochziehen müssen. Ich habe hier so viel Freundlichkeit erfahren und so viel Akzeptanz. Ich habe viele gute Menschen um mich, ich musste einfach nur zugreifen. Mittlerweile habe ich das getan und erfreue mich daran. Glücklicherweise musste es nicht zu einem Abschied kommen.
Auf der Arbeit haben wir einen neuen Praktikanten, er ist französischsprachig und sehr fleißig. Ich hab immer ein Auge auf ihn, weil er eine schwäche für die bunten Büroklammern hat. Vor einigen Wochen hat er mich gerufen, weil er ein Problem hatte. Er sprach meinen Namen so aus, wie er ursprünglich im Französischen ausgesprochen wird und ich reagierte nicht. Er musste erst 4 Mal rufen bis ich wusste, ich war gemeint. Ich habe mich so an die englische Version meines Namens gewöhnt, wie soll ich nun wieder auf das Original hören? Mir wurde klar, dass ich in meiner alten Heimat nicht Fuß fassen würde. Es ist nicht nur der Name, ich habe mich vieler heimischen und vertrauten Dinge entwöhnen müssen, an Stelle ihrer sind andere getreten. Nicht unbedingt bessere oder schlechtere, aber andere. So bin ich durch diese Kleinigkeiten ein Teil dieser neuen Heimat geworden und sie damit ein Teil von mir. Das hat die letzte Brücke abgerissen.
Ich beschwor eine Sensation und finde Bescheidenheit. Es ist wie ein aufgeblasener Handschuh, der zusammenfällt, wenn man die Luft ablässt.
Doch am Ende meiner Odyssee bin ich ein glücklicher Mann. Die Sehnsucht nach meiner fernen Heimat schickte mich auf eine Reise. Die Reise in mich selbst, in meine dunklen Abgründe und bunten Träume. Ich musste mich eigentlich nur in mir selbst wieder zuhause fühlen, der Ort ist unwichtig.

Morgen gehe ich zur Arbeit, auch das macht mich glücklich. Ich habe einen festen Platz im Leben, für alles andere habe ich auch einen Ort geschaffen.
Aber manchmal, da werde ich es mir nicht nehmen lassen mich in ein grünäugiges Taxi zu setzen und mich von einem südländischen Fahrer heimbringen zu lassen. Das kleine Fünkchen Nostalgie, das mich an die glücklichste Zeit meines Lebens erinnern wird. Es war ein anderes Glück als das heutige. Als sei es in einem anderen Leben gewesen, ganz lange her…


Ich danke dir, liebe Elena ...

8.2.09 23:00


Episode 10: my birthday present

 erstellt am 04-08-2007 um 04:24

Das Herz blieb mir einfach stehen, als ich bestimmte Worte las. Selbst wenn ich jetzt dran denke, hat es kleine Aussetzer. Ich sollte wirklich mehr Liebesfilme sehen und Rosamunde Pilcher lesen, weil ich auch damit nicht gerechnet hätte. Hätte ich es kommen sehen, wenn ich mich mit Filmmaterial vorbereitet hätte? Ich hätte es gehofft, aber …
Ich traf meine Entscheidung und organisierte meine nächsten Schritte. Ich tat es nur für mich. Ich hoffte auf eine zweite Chance, doch diese Hoffnung wurde grob zerschlagen. Ich hoffte nicht mehr, denn ich musste um eine Freundschaft Angst haben. Doch an der Richtigkeit meiner Entscheidung zweifelte ich nicht. Jetzt haben ihre Worte noch mal alles umgekrempelt und gewendet. Sie, die Frau, die ich liebe. Dass sie die Macht hat, meine Welt Kopf stehen zu lassen, wusste ich. Ich wusste nur nicht, dass sie so schnell davon Gebrauch macht. Ein Wunsch, der dabei ist erfüllt zu werden. Oder doch nicht? Bilde ich mir alles nur ein? Schlafwandle ich? Alle guten Dinge sind drei, drei Dinge durfte ich heute dem Bildschirm entnehmen. Drei Dinge, die mir eine unglaubliche Sicherheit geben. Ich würde ausflippen, vor Freude, wenn die vornehme Nachbarschaft nicht wäre. Ich bin jetzt schon innerlich total aus der Ruhe. Selbst wenn ich noch keine absolute Sicherheit habe, selbst wenn noch vieles in ihrem Leben passieren kann bis zu meiner Rückkehr, jetzt habe ich die Zuversicht, dass alles, was ich an Hoffnung habe, erfüllt wird.
Vor wenigen Minuten erhielt ich ihre Mail, das war die dritte Sache. In wenigen Minuten habe ich Geburtstag. Ein schöneres Geschenk hätte sie mir nicht machen können.
8.2.09 22:59


Episode 9: somersaulting thoughts

 erstellt am 30-07-2007 um 00:56

Ich merkte heute erst, wie lange ich hier schon nichts mehr geschrieben habe. Es ist seltsam, denn manchmal schrieb ich täglich zwei Einträge. In letzter Zeit sollten die Gedanken ausgebrütet werden, nichts wollte geschrieben werden. Ich bin kein Mensch der philosophiert oder analysiert, ich schreibe wenn mir danach ist und was ich will. Doch diesmal wollte ich meine gedanklichen Anfänge vollenden, bevor ich sie als Ganzes vortrage. Schon überschlagen sich meine Gedanken beim Schreiben, die Ereignisse taten es ihnen in letzter Zeit gleich:
Ich habe eine Entscheidung gefällt. Ich kehre Ende August in meine Heimat zurück und werde, wie ich stark annehme, bleiben. Es war, als würde ein Zentner Last von meinen Schultern fallen, als ich die Entscheidung gedanklich aussprach. Ich fühlte mich viel besser, stellte mich gleich auch nicht mehr so ungeschickt auf der Arbeit an. Meine Kollegen freuten sich, den alten und fröhlichen Gene wieder zu begrüßen. Weniger erfreulich waren meine Nachrichten für sie, dass sie ihren Gene bald wieder hergeben müssen. Gespräche mussten geführt werden, mit meinem Chef, mit meinen Kollegen und zuletzt auch meinem Mitbewohner. Papierkram wartete auf mich und nicht zu vergessen, die Arbeit im Büro. Doch all dem sah ich gelassen entgegen. Ich schlug mich tapfer durch die Woche, ich bekam Antworten und regelte die nahe Zukunft. Alles geschah so, wie ich es mir vorher gewünscht habe, wie es eigentlich sollte. Doch eine Sache habe ich nicht einkalkuliert.
Letzte Woche trennte sich meine große Liebe von ihrem Freund. Ich wusste nur, dass es irgendwelche Zweifel auf beiden Seiten gab, mit einer Trennung habe ich nicht gerechnet. Ich war überrascht als ich davon erfuhr und im gleichen Moment machte sich egoistische Freude in mir breit. Ich witterte Chancen für sie und mich. Wenn ich erst einmal heimgekehrt sein würde, wenn ich sie erst einmal wieder im Arm halte, wer weiß, welches Gefühl sich dann wieder aufdrängt, bemerkt zu werden? Ich habe mir ausgemalt, wie es sein könnte. Dass sie sich wieder in mich verliebt, dass wir endlich die Chance bekommen, auf die ich so lange warte und dass wir sie nutzen. Meine Freude hatte wenige Gönner. Zwei meiner besten Kumpels erklärten mich für geisteskrank, einige Bekannte bezichtigten mich meiner öffentlichen Freudenausbrüche. Selbst die Frau, die ich so sehr liebe, fand meinen heiteren Ton unangebracht, war enttäuscht von mir. Ich habe stark an dem Konstrukt unserer Freundschaft gerüttelt, Vertrauen verspielt. In diesem Moment war ich froh, so weit weg zu sein, vielleicht hätte sonst der Ex meiner Liebe vor meiner Tür gestanden und mir einen Kinnhaken verpasst. Natürlich, das gibt es nur im Rosamunde-Pilcher-Roman, aber ein Bekannter machte mich darauf aufmerksam, dass diese Romane und das wahre Leben oft gar nicht so sehr auseinanderdriften, wie man meint. Ich war fortan auf alles Unwahrscheinliche vorbereitet gewesen, weil die Reaktionen so gegenteilig von meinen Erwartungen gewesen sind. Wider meiner Erwartung fand ich auch die Akzeptanz meines Mitbewohners. Er sagte, die endgültige Entscheidung sei besser, als Monate der Ungewissheit. Ich war überrascht, denn ich erinnere mich noch an unseren letzten Streit, als er mich beleidigte, wo ich eigentlich eine gefasstere Reaktion erwartet hatte.
Nach einer turbulenten Woche fühle ich mich jetzt immer noch wohl. Mit einigen Veränderungen: Ich freue mich auf meine Heimkehr, doch ich erhoffe mir keine Chancen mehr in der Liebe. Ich habe nachgedacht, vieles nachgelesen. Ich merkte, wie traurig mich das Ende ihrer Beziehung macht. Nicht nur, weil jede kaputte Beziehung mir ein bisschen meinen Glauben an die ewige Liebe nimmt. Ich erwarte keine Prügeleien von irgendwelchen Herren, aber ich bin auf überraschende Reaktionen meiner Mitmenschen vorbereitet. Ich male mir genau die Möglichkeiten aus, wie ein Gespräch verlaufen könnte, wie ich vielleicht reagieren könnte, damit ich nicht aus dem Konzept komme. Ich werde mir ein paar Rosamunde-Pilcher-Romane kaufen und lesen, damit ich nicht so blind in das Zwischenmenschliche Leben hineinstolpere und mich wundere, warum ich es nicht verstehe. Durch die Beschäftigung mit mir selbst, habe ich mich zu sehr von den anderen abgeschottet. In Wirklichkeit weiß ich gar nicht mehr, was ich erwarten darf, womit ich rechnen soll. Ich habe mich wie ein ignoranter Egoist verhalten. Das tut mir Leid.
8.2.09 22:59


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