my green-eyed taxi, just bring me to the place that I call home ...

  Startseite
  Über...
  Archiv
  Lyrik
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
   
    surreal-pain

    - mehr Freunde



http://myblog.de/greeneyedtaxi

Gratis bloggen bei
myblog.de





A crushing defeat

Du sagtest, dass jeder Mensch, der Ihn kennt, nicht mehr imstande sein wird, ihn wieder zu vergessen. Wenn  ich diese Aussage immer belächelt habe, weiß ich, dass Du richtig liegst. Auch ich werde IHN nicht vergessen.

Mittwoch, den 4.8.2004, mein 26. Geburtstag. Du hattest abgesagt, mit mir zu feiern, ohne einen Grund zu nennen. Ich nahm es Dir nicht übel, obwohl ich traurig war. Ich hatte am vorigen Abend einen ehemaligen Kollegen in Trier besucht und bin am Morgen wieder zurückgefahren. Ich nahm den Umweg über Dein Dorf, um diese Uhrzeit habe ich Dich oft auf einem Deiner Lieblingswege angetroffen, vielleicht auch heute. Also fuhr ich systematisch die Wege ab. Meine Suche blieb erfolglos, ich hielt an der Kirche an, rauchte eine und wollte gleich wieder fahren, bis ich Dich sah. Du kamst schnellen Schrittes daher, hast Dich auf eine der Steinplatten gesetzt und hast Dir eine Zigarette angezündet. Zunächst wollte ich aussteigen und auf Dich zugehen – Überraschung! Bestimmt machtest Du nur kurz Pause bei einem Deiner Spaziergänge, doch danach sah es nicht aus. Du warst schick, trugst eine elegante Bluse, eine schwarze Stoffhose, Schuhe mit einem kleinen Absatz. Deine Haare waren schön in Form gebracht und Du hattest eine kleine Handtasche bei Dir. Es sah aus, als gingst Du auf ein Date! Meine Neugier ließ mich im Auto sitzen bleiben und abwarten, ich wollte sehen, wofür Du mich heute versetzt hattest. Ein dunkelrotes Auto fuhr vor und ein dünner, langer Mann stieg aus. Ich wusste sofort, dass ER das war, als hätte er ein überdimensionales Namenschild vor sich getragen. Ich konnte meine Wut nur schwer bändigen, aber ich zwang mich abzuwarten. Er war trotz meiner Vorurteile kein hässlicher Mann. Er war ein bisschen jünger und größer als ich, soweit ich das aus dieser Entfernung sagen konnte. Er war ein bisschen zu dünn, aber hatte dennoch keine schlechte Proportionen. Die Kleidung, die er trug, war einfach. Sein Teint war herrlich. Er hatte einen sehr modischen Haarschnitt, der mir nicht gestanden hätte und ich lechzte nach seinen schwarzen, glänzenden Haaren. Insgesamt erinnerte er mich sehr an den jungen Morten Harket. Er lächelte und ich sah, dass er sich sehr freute. Dass ER es sein musste, erkannte ich auch an der Art, wie Du auf ihn zugestöckelt kamst, Du lächeltest, wirktest total euphorisch und strahltest heller, als tausend Sonnen. Ihr seid euch in die Arme gefallen. Mir kam es vor, als hättet ihr euch eine Ewigkeit umarmt und dass Du mich noch nie so lange umarmt hast. Das war bestimmt Produkt meiner Eifersucht. Ich wollte, jetzt wo Du Nic verlassen hattest, noch mal versuchen, Dich für mich zu gewinnen. Deine Schwärmerei von ihm habe ich als harmlos abgestempelt, zumal Du ihn noch nicht lange kanntest. Ich sah euch noch sprechen und lächelnd zu seinem Auto schreiten. Als ihr verschwunden wart, habe ich mir ausgemalt, was ihr wohl tun würdet und kurz danach fuhr ich zu mir nachhause. Später wusste ich, dass meine Vermutungen, was euch beide angeht, falsch waren, aber damals ging meine Eifersucht mit mir durch. Spät am Abend kam eine SMS von Dir – Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Als ich Dich fragte, was Du am Tag gemacht hast, antwortetest Du mit „obligations sociales“. Ich war froh, als nichts aus euch geworden ist und als er wegging. Du hast nicht mehr viel von ihm gesprochen, Dir einen weiteren Versager geangelt und ich war wieder sicher, dass wir uns bald näher kommen werden.

Sein Anblick machte mir meine erste Niederlage klar. Ich war immer sicher gewesen, Du würdest irgendwann von diesen Versagern genug haben, mal ehrlich, Deine bisherigen Freunde waren weder besonders klug, noch besonders erfolgreich, noch schön. Ich war der bessere, ältere, attraktivere, erfahrene, mittlerweile sogar um einen akademischen Abschluss reichere, ich war all Deinen Kerlen um einiges überlegen und obendrein ein toller Hecht! Doch ER schien mir einen Strich durch die Rechnung zu machen. Zumindest optisch hatte er vieles, was ich nicht hatte. Er war größer, hatte einen Teint, von dem ich träumte, Haare, um die ich ihn beneidete und konnte sich bei seinem Gesicht jeden Haarschnitt leisten, den es gibt! Also wusste ich, dass ich keine Chance mehr hätte, wenn ihr zusammenkommt.

 Ich war froh, als nichts aus euch geworden ist und als er wegging. Du hast nicht mehr viel von ihm gesprochen, Dir einen weiteren Versager geangelt und ich war wieder sicher, dass wir uns bald näher kommen werden. Den Rest kennst Du ja.

Ich wollte es Dir irgendwann erzählen, doch ich hatte Angst, Du würdest mich für einen kranken Stalker halten. Jetzt erzähle ich es Dir, damit Du weißt, dass Du richtig lagst. Auch ich werde IHN nie vergessen.

28.6.09 17:13


Werbung





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung