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Episode 2: my toruniquet

erstellt am 28-06-2007 um 00:24

Ich kam zum ersten Mal zu spät auf der Arbeit an. Es war nicht schlimm, für niemanden außer mich. Wenn ich sonst der Erste bin, der zum täglichen Schaffen antanzt, waren es heute die Träume und die Gleichgültigkeit, die mich länger im Bett behielten als üblich. Ich konnte nicht anders, als eine Weile liegen bleiben und nachdenken. Ich wollte es nicht allzu lang werden lassen, doch das Ticken der Uhr beförderte mich immer mehr in einen Zustand, den ich bei mir bisher nur selten feststellen konnte. Es war mir völlig gleich, ob ich aufstehe, ob ich unrasiert zur Arbeit erscheine oder welche Klamotten ich anziehe. Mein Kopf wollte nicht aus dem Bett, denn in diesem Bett lebte noch der Traum, den ich in dieser Nacht hatte. Als drohte ich alles Geträumte zu vergessen, wenn ich aufstehe. Auch das war nichts besonderes, dass ich komische Dinge träumte. Nur Grund und Auslöser dieses Traums ließen mich einfach nicht los. Es war die Taxifahrt, die den Stauschlauch gelöst hat. Die Gedanken und Gefühle strömen nur so durch mich durch, meine Finger jucken und wollen über die Tastatur rasen, alles loswerden, denn ich habe das Gefühl zu platzen, wenn ich mich nicht befreie. Die Gefühle wichen nicht durch genügende Ablenkung bei der Arbeit, sie machten sich vielmehr bemerkbar, je mehr ich versuchte, ihnen zu entkommen. Mit unsichtbaren Fäden manövrierten sie mich durch diesen Tag und überrollten mich erneut, als ich nach Feierabend auf dem Sofa zusammensackte.
Welchem Gefühl bin ich gefolgt, als ich meine Existenz aufgab für etwas völlig Neues und Unbekanntes? Welche Sicherheiten hatte ich? Es war ein altes Versprechen, das ich als verbindlich ansah. Das Versprechen, einem Freund zu folgen, wenn ich dafür reif bin. Jetzt wohnen wir zusammen und es klappt. Es war ein Traum, irgendwo von Null anzufangen, ohne jegliche Rückenstärkung. Ich mag meinen Job und meine sozialen Kontakte hier, ich fahre jährlich in Urlaub und ich es gefällt mir. Es war Neugierde, die Frage nachdem, was mich erwartet in dieser unbekannten Gegend, ob ich mich auch hier beweisen kann. Ich fahre an den langen Wochenenden in neue Städte, erkunde das mir noch immer neue Land, lerne Menschen kennen und ich mag es. Ich kannte genau einen einzigen Menschen hier, als ich ankam und jetzt ist mein Horizont so sehr gewachsen. Ich bin ein glücklicher Mensch, ich kann zufrieden sein, mit dem, was ich geschafft und aufgebaut habe in dieser Zeit. Doch es fehlt was und das merke ich nicht erst jetzt. Ich dachte auch an alte Freunde, auf ein Wiedersehen mit welchen ich zurzeit brenne, doch das ist nicht machbar. Meine Gedanken trugen mich auch zu der Frau, die nie meine war. Es war der größte Fehler, sie zurück zu lassen, obwohl sie keine Anstalten machte, mich davon abzubringen. Auch ihr Leben ist weitergegangen und sie schien mir glücklich, als wir das letzte Mal in Kontakt traten. Ich könnte nicht einfach vor ihrer Tür stehen und weitermachen, wo es damals aufhörte, so sehr ich das auch möchte. Sie ist nun ein anderer Mensch, als der, den ich zurückließ. Ich verstehe das und trotzdem werde ich nie aufhören von ihr zu träumen. Sie war einfach zu viele Jahre lang die Frau meiner Träume und bleibt es, obwohl die Frau von damals sich nun auch in einen Traum verwandelt hat.
Ich möchte diesen schönen Film von menschlichem Leben abschalten und wieder mein altes Leben aufnehmen. Heute spürte ich das mehr, als je zuvor. Ich weiß, dass es nicht geht, aber ich gebe nicht auf. Denn ich gab auch dieser Frau ein Versprechen; dass ich zurückkommen werde, in ein paar Jahren. Ich wusste noch nicht, ob meine „Heimkehr“ bindend und von Dauer sein würde, doch jetzt bin ich mir sicher, dass ich bleibe, wenn ich erst einmal angekommen bin. Versprechen halte ich für gewöhnlich ein, wie man sieht, so skurril sie auch manchmal sein mögen.

8.2.09 22:52
 


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