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Episode 3: my (non)wife

 erstellt am 28-06-2007 um 01:34

Ich möchte doch noch etwas mehr loswerden heute Abend. Eigentlich wollte ich genau das schreiben, als ich mich vor den Rechner setze. Doch scheinbar war es der erste Eintrag, der zuerst niedergeschrieben werden wollte. Ich wollte es dabei belassen, aber ich fürchte, dass ich mich nicht vom Fleck rühren werde, bis ich auch das andere aufgeschrieben habe. Es geht hier um sie, die Frau, die mir nie gehörte und nie gehören wird. 

Eine kleine Zicke war sie, als ich sie kennen lernte. Ihr Ton, ihre Art, ihre Kleidung, ihre giftgrünen Augen, nichts davon gefiel mir. Wie alle Teenager im entsprechenden Alter und ich lachte über ihre gekünstelte Aufregung. Als ich sie wiedersah, war es ein Zufall, der uns beide zugleich überraschte. Vergessen hatte ich sie nicht und ich gab ihr die Chance, meinen Eindruck zu bestätigen oder zu verwerfen. Sie war plötzlich so hübsch, ich glaubte, noch nie etwas Schöneres erblickt zu haben. Es handelte sich um keine gewöhnliche Schönheit. Sie war klar anders und genau das machte sie so schön. Ich wollte sie kennen lernen und lernte mich selbst kennen. Wir unternahmen viel, ich zeigte ihr schöne Ortschaften und Menschen, die ich mochte. Sie zeigte mir im Gegenzug das Leben, das wahre und wirkliche, mit all den Gefühlen, Gedanken und Abgründen, die es bietet und schließlich öffnete sie mir das Tor zu mir selbst, damit ich das Lebendige in mir suchen kann. Tränen glitzerten, als ich merkte, wie arm mein erfülltes Leben war. Denn eigentlich habe ich nur um des Lebens Willen gelebt, mich verhalten, wie ich am Muster erkennen konnte, gearbeitet, gefeiert. Ich habe nie über Gefühle oder den Sinn des Lebens nachgedacht. Ich hatte keine Fragen an die Welt und sie verlangte keine Antworten. Was folgte, war ein Chaos. Ich strukturierte mein soziales Leben neu, löste mich von Zweckbeziehungen, vertiefte Freundschaften mit Leuten, die mir etwas bedeuteten und ließ andere Fallen, weil ich gefühlsmäßig zu wenig an sie gebunden war. Ich fing an diese Frau zu lieben, auch körperlich, doch ich konnte sie nie für mich gewinnen. Es gab immer einen besseren als mich, einen der besser zu ihr oder zu ihrer Situation passte, einen für den sie mehr oder auch weniger empfand, einen der sie besser verstand. Doch ich wich nicht von ihrer Seite, sie konnte immer zu mir zurück, ich ließ ihr diese Option, weil ich hoffte, dass ich irgendwann derjenige sein dürfte, der am besten zu ihr passt, ich hoffte, dass sie es erkennt. Durch sie lebte ich wirklich. Der arrogante und oberflächliche Mann, der ich war hat das Leben erlernt. Wenn ich traurig war, habe ich keine Scheu gehabt zu weinen, wenn ich wütend war, schrie ich, manchmal wurde mir schwindelig vor Freude und ich konnte stundenlang nicht aufhören zu lachen. Ich lernte sie mit jedem Tag mehr lieben und manchmal hassen. Ich ließ mir wehtun, weil sie es mir Wert war. An anderen Tagen brachte sie mir so viel Freude, wie ich es nie vermutet hätte. Ich ließ ihren Schmerz und ihr Glück zu meinem werden. Einmal fischte ich einen Ring aus einem Kaugummiautomaten und machte ihr einen Antrag. Es sah aus wie ein Scherz, weil ich sichtlich angetrunken war, doch mein Herzen meinte es immer ernst, denn sie war die einzige, mit der ich mir ein Leben vorstellen konnte.
Ich öffnete mich für andere Menschen, andere Lieben und ich ließ es zu, neue Erfahrungen zu machen, auch wenn sie schmerzhaft endeten. Jedes Mal wenn ich mich verliebte, war es die Liebe zu ihr, wenn ich verletzt wurde, spürte ich die Verletzungen, die sie mir zugefügt hat, mit neuen Sehnsüchten war auch die Sehnsucht nach ihr verbunden.
Ich wollte nie glauben, dass sie mich nicht ein bisschen liebt. Es war schön, als ich einmal in dieser Hinsicht von ihr bestätigt wurde. Dass sie mich geliebt hat, all die Jahre lang. Es war so ein wunderschönes Gefühl und traurig im selben Moment, denn ihre Worte kamen zu spät. Für uns war keine Zukunft vorgesehen, obwohl ich den Traum davon so oft geträumt habe, auch mit ihr gemeinsam. Vielleicht sind es ihre grünen Augen, die mich durch die Xenonscheinwerfers eines fast jeden Taxis anblicken und mich daran denken lassen, was einmal war. Mich davor bewahren, innerlich abzustumpfen. Mich jedes mal daran erinnern, wie sensationell diese Zeit war, wie sehr mir das Gemisch aus Liebe, Wut, Schmerz, Freude und Glück den Verstand geraubt hat. Ich bereue nichts. Ich würde nichts anders machen.
Ich liebe dich, Frau.

8.2.09 22:54
 


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