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Episode 4: these roads

erstellt am 29-06-2007 um 01:56

Ich ging heute spazieren. Ich wollte meinen Körper nicht mehr so einrosten lassen. Arbeiten, Fertiggerichte und Bier sind nicht das Beste. Ich bin zwar weder sonderlich dick, noch habe ich gesundheitliche Probleme dadurch, aber ich wollte Vorsorge üben. Zumindest war das die soziale Fassung. Eigentlich wollte ich nur allein sein mit mir und meinem Kopf. Ich wollte, dass niemand mich stört und niemand irgendetwas von mir möchte. Keine Fragen beantworten und keine Blicke auf mir spüren. Mir geht es immer so, als würden die Menschen in meinen Kopf hineinstieren, wenn ich irgendwo in Gesellschaft Bekannter nachdenke. Also stellte ich mein Auto in einem etwas entfernten Stadtteil ab und lief einfach vor mich hin. Mein Kopf musste die Richtung nicht angeben, denn er war zu beschäftigt, meine Füße wussten wohin.
Es ist selten, dass ich mich mit meinen Gefühlen auseinandersetze. Ich mache es nur, wenn es wirklich brennend ist. Mein Leben lebt sich, es ist ein Leben, das sich viele Leute wünschen oder auch eins, von dem manche nicht zu träumen wagen. Die perfekte Existenz. Doch eben das ist der Störfaktor, das bloße existieren, wo das wahre (er)leben zu kurz kommt. Ich versuchte mir zu verdeutlichen, warum ich eigentlich unglücklich bin, wo ich doch alles habe. Es fehlt zu viel. Es fehlt mir, einen ausgelassenen Abend mit Freunden zu haben, ohne Anspannung und gespielter Höflichkeit. Ich möchte doch nur einmal laut fluchen ohne dass ich schief angesehen werde. Ich möchte ein Fußballlied singen, wenn meine Lieblingsmannschaft gewinnt. Ich möchte Leute finden, die mit mir morgens um drei Käse essen und Wein trinken, in ein paar Decken gewickelt, fröhlich und das in aller Öffentlichkeit. Einmal ohne darauf zu achten, was die anderen dazu sagen, ob das sich so gehört oder ob es zu unserer Altersgruppe passt. Ich frage mich, warum es nicht geht, ob ich einfach nur die falschen Leute kenne. Doch wo soll ich anfangen, die richtigen zu suchen? Die perfekten Freunde hatte ich jahrelang um mich und erst im Nachhinein erscheinen sie mir perfekt, obwohl ich sie damals oft verfluchte. Jetzt weiß ich, dass diese Freundschaften einfach nur ehrlich waren und Ehrlichkeit ist so selten. Hier habe ich sie bislang nicht in diesem Ausmaße finden können, noch nicht einmal ein Stück davon. Es fehlt mir, mich jemandem anzuvertrauen, der mich nicht für meine Gefühle verurteilt und auch dazu gehört Ehrlichkeit, auf beiden Seiten. Natürlich stehe ich in Kontakt mit meinen alten Freunden, aber ihre körperliche Anwesenheit ist manchmal so zwingend erforderlich. Manchmal brauche ich auch eine Schulter zum ausheulen. In Momenten wie diesen will ich einfach nur zurück und in letzter Zeit will ich zu oft und zu gerne zurück, aber es geht nicht.
Meine Füße trugen mich zu einem kleinen CD-Shop und dort kaufte ich eine Platte von einer Gruppe, die ich nie beim Namen gehört habe. Das Cover, der Name der Band und des Albums, die Tracklist, es wirkte alles so passend auf mich und ich kaufte sie. Ganz selbständig fanden meine Füße zurück zum Auto, als hätten sie mich nur für diese CD durch die vielen Straßen gelotst. Ich habe die CD nun in Schleife gehört seit ich zuhause bin. Ich habe mich auch wieder mit nicht meiner Frau unterhalten und sie sagte, dass sie die Band zurzeit auch dauerhört. Ich wusste es vorher nicht und es muss einfach Intuition sein. So wie ich mit ihr verbunden bin in den letzten Tagen. Ich gab ihr ein weiteres Versprechen, das ich einhalten werde. Sie wirkt, trotz ihrer komplizierten Lage, so glücklich im Moment. Ich möchte nichts daran ändern. Sie soll meinen emotionalen Krieg nicht verinnerlichen. Obwohl ihre Sorge um mich mir schmeichelt, mich aufs Tiefste berührt, möchte ich sie nicht, aus Angst, ihr Glück zu gefährden. Es ist ein Krieg, den ich mit mir selbst ausfechten muss.

From this moment, how can it feel, this wrong ...

8.2.09 22:55
 


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