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Episode 9: somersaulting thoughts

 erstellt am 30-07-2007 um 00:56

Ich merkte heute erst, wie lange ich hier schon nichts mehr geschrieben habe. Es ist seltsam, denn manchmal schrieb ich täglich zwei Einträge. In letzter Zeit sollten die Gedanken ausgebrütet werden, nichts wollte geschrieben werden. Ich bin kein Mensch der philosophiert oder analysiert, ich schreibe wenn mir danach ist und was ich will. Doch diesmal wollte ich meine gedanklichen Anfänge vollenden, bevor ich sie als Ganzes vortrage. Schon überschlagen sich meine Gedanken beim Schreiben, die Ereignisse taten es ihnen in letzter Zeit gleich:
Ich habe eine Entscheidung gefällt. Ich kehre Ende August in meine Heimat zurück und werde, wie ich stark annehme, bleiben. Es war, als würde ein Zentner Last von meinen Schultern fallen, als ich die Entscheidung gedanklich aussprach. Ich fühlte mich viel besser, stellte mich gleich auch nicht mehr so ungeschickt auf der Arbeit an. Meine Kollegen freuten sich, den alten und fröhlichen Gene wieder zu begrüßen. Weniger erfreulich waren meine Nachrichten für sie, dass sie ihren Gene bald wieder hergeben müssen. Gespräche mussten geführt werden, mit meinem Chef, mit meinen Kollegen und zuletzt auch meinem Mitbewohner. Papierkram wartete auf mich und nicht zu vergessen, die Arbeit im Büro. Doch all dem sah ich gelassen entgegen. Ich schlug mich tapfer durch die Woche, ich bekam Antworten und regelte die nahe Zukunft. Alles geschah so, wie ich es mir vorher gewünscht habe, wie es eigentlich sollte. Doch eine Sache habe ich nicht einkalkuliert.
Letzte Woche trennte sich meine große Liebe von ihrem Freund. Ich wusste nur, dass es irgendwelche Zweifel auf beiden Seiten gab, mit einer Trennung habe ich nicht gerechnet. Ich war überrascht als ich davon erfuhr und im gleichen Moment machte sich egoistische Freude in mir breit. Ich witterte Chancen für sie und mich. Wenn ich erst einmal heimgekehrt sein würde, wenn ich sie erst einmal wieder im Arm halte, wer weiß, welches Gefühl sich dann wieder aufdrängt, bemerkt zu werden? Ich habe mir ausgemalt, wie es sein könnte. Dass sie sich wieder in mich verliebt, dass wir endlich die Chance bekommen, auf die ich so lange warte und dass wir sie nutzen. Meine Freude hatte wenige Gönner. Zwei meiner besten Kumpels erklärten mich für geisteskrank, einige Bekannte bezichtigten mich meiner öffentlichen Freudenausbrüche. Selbst die Frau, die ich so sehr liebe, fand meinen heiteren Ton unangebracht, war enttäuscht von mir. Ich habe stark an dem Konstrukt unserer Freundschaft gerüttelt, Vertrauen verspielt. In diesem Moment war ich froh, so weit weg zu sein, vielleicht hätte sonst der Ex meiner Liebe vor meiner Tür gestanden und mir einen Kinnhaken verpasst. Natürlich, das gibt es nur im Rosamunde-Pilcher-Roman, aber ein Bekannter machte mich darauf aufmerksam, dass diese Romane und das wahre Leben oft gar nicht so sehr auseinanderdriften, wie man meint. Ich war fortan auf alles Unwahrscheinliche vorbereitet gewesen, weil die Reaktionen so gegenteilig von meinen Erwartungen gewesen sind. Wider meiner Erwartung fand ich auch die Akzeptanz meines Mitbewohners. Er sagte, die endgültige Entscheidung sei besser, als Monate der Ungewissheit. Ich war überrascht, denn ich erinnere mich noch an unseren letzten Streit, als er mich beleidigte, wo ich eigentlich eine gefasstere Reaktion erwartet hatte.
Nach einer turbulenten Woche fühle ich mich jetzt immer noch wohl. Mit einigen Veränderungen: Ich freue mich auf meine Heimkehr, doch ich erhoffe mir keine Chancen mehr in der Liebe. Ich habe nachgedacht, vieles nachgelesen. Ich merkte, wie traurig mich das Ende ihrer Beziehung macht. Nicht nur, weil jede kaputte Beziehung mir ein bisschen meinen Glauben an die ewige Liebe nimmt. Ich erwarte keine Prügeleien von irgendwelchen Herren, aber ich bin auf überraschende Reaktionen meiner Mitmenschen vorbereitet. Ich male mir genau die Möglichkeiten aus, wie ein Gespräch verlaufen könnte, wie ich vielleicht reagieren könnte, damit ich nicht aus dem Konzept komme. Ich werde mir ein paar Rosamunde-Pilcher-Romane kaufen und lesen, damit ich nicht so blind in das Zwischenmenschliche Leben hineinstolpere und mich wundere, warum ich es nicht verstehe. Durch die Beschäftigung mit mir selbst, habe ich mich zu sehr von den anderen abgeschottet. In Wirklichkeit weiß ich gar nicht mehr, was ich erwarten darf, womit ich rechnen soll. Ich habe mich wie ein ignoranter Egoist verhalten. Das tut mir Leid.
8.2.09 22:59
 


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