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Episode 12: Surrender

 erstellt am 06-11-2007 um 04:05

Es war einmal ein Verlierer,
er verlor seinen Radierer…

mein erstes Gedicht in der Grundschule begann mit diesen Worten.

Ich bin ein ganz schlechter Verlierer. Nur geht es nie ganz ohne Verluste.
Heute habe ich kapitulieren müssen. Heute ragt die weiße Flagge über meinem Haupt. Heute trägt meine Stirn ein unsichtbares Tattoo mit der Innschrift „Loser“. Ich weiß, ich habe schon längst verloren, aber heute kam erst die Erkenntnis.
Was habe ich verloren? Wo habe ich es verloren? Wann?
Ich verlor erst mich selbst aus den Augen. Dann fand ich den Weg zurück zu mir. Doch währenddessen verlor ich einen Teil meiner Seele, meines Ichs. Ich habe früher immer Leute ausgelacht, die über abgespaltene und verlorene Teile ihrer Selbst sprachen. Mir könnte so was nie passieren und nun starb ein Teil von mir.
Diesen Teil gibt es nur noch in meiner Erinnerung, aber auch sie wird unter dem Schleier der Zeit verstauben. Es ist das, was mich mit meiner Heimat verbunden hat. Habe ich ihn abgetrennt, als ich anfing auf „Gene“ zu hören, weil es kürzer und „cooler“ war? Oder als ich akzentfrei englisch sprechen lernte? Das habe ich nie gemerkt, das einzig Bemerkenswerte war das Fortbleiben. Ich trauere nicht um mich. Das einzig triste ist die Sehnsucht. Das Heimweh nach „damals“. Die Trauer um die Freundschaften, die ich pflegen lernte, um die Frau, die ich liebte, um den Chef, den ich auslachte. Das Verlangen, noch einmal in die vertraute Straße einzubiegen und das Elternhaus zu sehen. Die Sehnsucht nach dem Wilden, Zügellosen, Einfachen. Auch danach, zweite Wahl zu sein… Jetzt verstehe ich sogar den Schauspieler, der auf die Hauptrolle in einem Film verzichtet, weil er lieber in einem viel tolleren Film mitspielen will, obwohl er da nur die mirkigste Rolle besetzt.
Heute auf der Arbeit suchte ich nach einem Radiergummi. Als ich einen fand, fiel mir das Gedicht aus der Grundschule ein und mit dem Gedicht kam die Erkenntnis. Der Verlierer bin ich.
„Surrender“ heißt nicht nur, vor etwas zu kapitulieren. Es heißt auch, dass man sich aufgibt, sich opfert oder von Herzen verschenkt. Ich verschenkte Stückchen meiner Seele wie einen großen Kuchen und bekam diese erfüllte Existenz geschenkt. Der Preis um hier meinen Neuanfang zu leben war der Abschied. Sag „Adieu“ zu dir selbst, großer Junge, jetzt bist du ein Neuer, ein Jemand.
8.2.09 23:00
 


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